Die Pfarrkirche St. Nikomedes

Der Kirchplatz wird beherrscht von der mächtigen St. Nikomedes Kirche mit ihrem fast 100 Meter hohen Turm. An dieser Stelle hat bis ins 19. Jahrhundert die mittelalterliche Stiftskirche gestanden.

Die heutige Pfarrkirche wurde zwischen den Jahren 1884 und 1897 als eine der größten Kirchen des Bistums Münster erbaut. Die dreischiffige Hallenkirche im neugotischen Baustil hat eine Länge von 80 Metern und eine Grundfläche von ca. 2.200 qm.

Architekt war der damals renommierte Kirchenbaumeister Westfalens, Hilger Hertel der Ältere, aus Münster. Er stammt aus Köln und war in der dortigen Domhütte ausgebildet worden, wo er sowohl die formale Anwendung als auch den konstruktiven Aufbau der gotischen Architektur erlernte.

Als er noch während der Bauzeit überraschend starb, übernahm sein Sohn und Nachfolger, Hilger Hertl der Jüngere, die Vollendung des Baues.

Der 95 Meter hohe Turm ist auf beiden Seiten von Kapellen flankiert, die Westfassade wirkt einheitlich und großflächig.

Klare Proportionen und gute Raumwirkung

Die mächtige Hallenkirche überzeugt durch ihre klaren Proportionen und die außerordentlich gute Raumwirkung. Fünf Joche überspannen den weiten dreischiffigen Bau, daran schließen sich Seitenschiffe und der Chorraum an.

Zum Osterfest 2008 hatte das Borghorster Stiftskreuz, ein ottonisches Kreuzreliquiar des ehemaligen Borghorster Kanonissenstiftes, im nördlichen Chorraum in einer Glasvitrine seinen Platz in der Pfarrkirche gefunden.

Am 29. Oktober 2013 wurde es dann leider aus dieser Vitrine gestohlen.

Nach umfangreichen Ermittlungen wurden die Täter und der Drahtzieher 2015/16 verhaftet und verurteilt. Im Februar 2017 konnte die Polizei das Kreuz unversehrt wiederfinden)

Das Stiftskreuz gehört zweifelsohne zu den schönsten erhaltenen Goldschmiedearbeiten der ottonischen-salischen Zeit Westfalens.

Rechts neben dem Eingang der Mitteltüren befindet sich eines der wenigen erhaltenen Zeugnisse aus der Zeit des Damenstiftes:

Der Grabstein der letzten Pröpstin des Stiftes, die 1839 starb.

Mildes und goldenes Streulicht

Ein wesentlicher Teil der Architektur ist die Farbverglasung, die dem Kirchenraum in allen Tageszeiten ein mildes und goldenes Streulicht spendet.

Nach 1978 wurde die gesamte Neuverglasung der nördlichen und südlichen Seitenschifffenster in Angriff genommen.

Die zweite Phase der Farbverglasungen hinten in der Kirche erfolgte in den Jahren 1984/85.

Für das große Fenster über dem Westportal wurde bei umfassenden Sanierungsarbeiten am Dach und am Sandstein-Mauerwerk in den Jahren 1999 bis 2002 eine äußere Schutzverglasung angefertigt, um die ornamentale Bleiverglasung nach erfolgter Reinigung und Reparatur zu schützen.

Unsere Kirche ist täglich geöffnet

Kirchenführungen und eine Besichtigung der Stiftskammer sind nach Vereinbarung möglich. Melden Sie sich hierfür bitte im Pfarrbüro (Tel.: 02552/63920).