Distanz überwinden, durch Gebärden

Die Corona-Regeln und die AHA-Formel sind in aller Munde. Auch Gottesdienste sind davon in besonderer Weise betroffen:

Abstand halten, wenig oder gar nicht singen, keine Berührung zum Friedensgruß. Wie kann in dieser Zeit also ein Gefühl von Gemeinschaft aufkommen? Wie kann die Distanz, die im Gottesdienst zwischen den Menschen eingehalten werden muss, überwunden werden?

Diese Fragen stellte sich auch Pastor Bogdan Catana. Bei seinen Überlegungen erinnerte er sich an einen Gottesdienst der St. Elisabeth Schule im November 2019, in dem er Lautsprache unterstützende Gebärden kennengelernt hatte. So nahm er Kontakt zu Anika Knopf und Jana Gelinski auf, die Lehrerinnen an der St.-Elisabeth-Schule sind.

Gemeinsam erarbeiteten sie einen Gottesdienstablauf mit Lautsprache unterstützenden Gebärden. Ziel ist es, den Raum zwischen den Menschen zu füllen und dadurch eine neue Verbindung zwischen den Gemeindemitgliedern zu schaffen.

Am Sonntag 04.10.2020 war es soweit. Die erarbeiteten Gebärden wurden mit Unterstützung durch Anika Knopf und Jana Gelinski im Gottesdienst eingeführt. Die Gemeinde zeigte ein reges Interesse und so war die St. Johannes Nepomuk Kirche gefüllt mit gebärdenden Menschen, die trotz Distanz eine neue Art von Gemeinschaft erfahren konnten.

Sicher werden die Gebärden auch in zukünftigen Gottesdiensten ihren Platz finden. Corona schafft also auch Platz für neue, gemeinschaftsstiftende Rituale.