Zweite mutmaßlich betroffene Person hat sich gemeldet

Eine zweite Person hat sich beim Bistum Münster im Anschluss an den Bericht über die Strafanzeige gegen einen früheren leitenden Pfarrer im Kreis Steinfurt gemeldet.

Das berichtete der Interventionsbeauftragte des Bistums, Peter Frings, am 12. August bei einem Treffen von Kirchenvorstand, Pfarreirat und Mitarbeitenden der Pfarrei. Die betroffene Person beabsichtige, sich anwaltlich beraten zu lassen.

Neben Frings nahm der Verantwortliche für das Seelsorge-Personal, Karl Render, an dem Treffen teil. Beide Bistumsvertreter stellten den Gremien die Chronologie des Falles vor. Von Seiten der Bistumsleitung habe man sich kontinuierlich um den ersten mutmaßlich Betroffenen, einen Priester, gekümmert. Dieser hatte sich Ende 2018 beim Bistum gemeldet und Mitte Juli dieses Jahres Strafanzeige gegen den früheren leitenden Pfarrer gestellt. Wiederholt habe auch Bischof Dr. Felix Genn Kontakt zu dem Betroffenen in Form von Telefonaten, einem persönlichen Gespräch und per Briefwechsel gesucht und ihn ermutigt, eine Strafanzeige zu erstatten.

„Wir haben ihm immer wieder Hilfsangebote gemacht und unsere Unterstützung zugesagt“, erklärten Render und Frings. Letztendlich müsse aber der Betroffene selbst entscheiden, ob und wann er seinen Fall öffentlich machen wolle. Ein solcher Schritt stelle immer eine starke emotionale Belastung dar. Dies gelte es zu respektieren.

Die Vorwürfe gegen den ehemaligen leitenden Pfarrer nehme das Bistum ernst. Für diesen habe sich inzwischen ein Rechtsanwalt beim Bistum gemeldet.

Zunächst müsse jetzt abgewartet werden, was die staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen ergeben würden. Bis dahin könne man keine weiteren Angaben zu der Angelegenheit machen.

Mit den Gremien werde man überlegen, ob und was die Pfarrei in dieser Zeit an begleitender Unterstützung bräuchte.

Quelle. Bischöfliche Pressestelle / Gudrun Niewöhner